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Elektronische Tiererkennung
In den letzten Jahren hat sich bei der Einführung der elektronischen Kennzeichung von Nutztieren viel getan.
Die EU hat vorgeschrieben, dass Zuchtschafe und -ziegen auch elektronisch lesbar zu kennzeichnen sind. Als Einführungstermin wird von 2010 gesprochen.  
Einzelne Länder (unter anderem Deutschland) versuchen das Einführungsdatum zu verschieben. Laut BMELV ist es keine Frage mehr, ob elektronisch gekennzeichnet wird, sondern nur noch die Frage ab wann. Somit sind dann alle deutschen Schaf- und Ziegenhalter angesprochen.
Spanien machte den Anfang, dort wurden bereits alle ab 2006 geborenen Zuchttiere mit Boli gekennzeichnet.
Etwa 10 Millionen Tiere tragen schon einen Bolus, zum überwiegenden Teil von RUMITAG.
Bereits jetzt steht fest, dass die elektronische Kennzeichnung in Spanien ein voller Erfolg ist. 
Für die Rinder sind die elektronischen Ohrmarken nach der neuesten VVVO bereits als offizielle Zweitkennzeichnung zugelassen. Die Zeit der dicht geschmückten Ohren ist dann vorbei.  
Schnell, sicher und fehlerfrei können dann die offiziellen Tiernummern mit Lesern erfasst werden.
Wir sprechen bei der elektronischen Kennzeichnung der Tiere nicht mehr von Versuchen, sondern auf Basis der internationalen Normen ISO 11 784 und 11 785 geht es um die weltweite Umsetzung der elektronischen Tierkennzeichnung in den rauen Alltag.
Die Länder Südamerikas und Kanada beginnen Herkunftssicherungssysteme auf elektronischer Basis für die Exportfleischproduktion aufzubauen. 
Australien ist mit der elektronischen Kennzeichnungspflicht für Rinder bereits noch weiter. Dort tragen die Rinder nur mehr eine elektronische Ohrmarke zur Kennzeichnung!

Injizierbare Transponder
Injektate werden bevorzugt verwendet bei Tieren, denen die Kennzeichnung von außen nicht angesehen werden soll, also  Haustiere, Pferde und Zootiere.  
Bei diesen Transpondern ist die Elektronik in einer Glashülle verpackt. Die steril in scharfer Einwegnadel erhältlichen Injektate werden unter die Haut oder in einen Muskel des Tieres injiziert. Bei Hunden, Katzen und Pferden zur reinen Kennzeichnung  ist das 12 mm Injektat sehr beliebt, dieses ist kaum größer als ein Reiskorn. 23 mm und 32 mm lange Injektate verwendet man bei Pferd an Abruffütterungen wegen der größeren Erkennungsreichweite.

Bolustransponder
Der RUMITAG-Bolus besteht aus einem Keramikzylinder mit eingesetzter Elektronik.
Der Bolus wird von Wiederkäuern geschluckt und bleibt durch Form und Gewicht sicher im Vormagen  (Pansen oder Netzmagen). Der Bolus ist erste Wahl für Schafe und Ziegen. Auch große Wiederkäuer wie Rinder und Wasserbüffel sind bereits mit Boli gekennzeichnet worden. Vorteilhaft sind die einfache Verabreichung und die unproblematische Entnahme im Schlachthof.
Durch die Möglichkeit der Schlachthofentnahme und anschließende Wiederverwendung eignet sich der Bolus sehr gut für Qualitätsfleischprogramme mit Kreislauf vom Landwirt bis zum Schlachthof. Bei der offiziellen Kennzeichnung werden die Boli nach dem Schlachten aus dem Verkehr gezogen.

Früh verabreichbar ist der Minibolus von nur 20 Gramm Gewicht zur Kennzeichnung von Schafen und Ziegen ab 10 bis 12 kg Lebendgewicht. Die Eingabe bei jungen Lämmern ist einfach mit der Hand möglich und die Verlustraten sind sehr gering.
Dieser Minibolus ist in Großbritannien mit etwa 3,5 Millionen Stück im Großeinsatz beim NSP um scrapie-resistente Schafe zu züchten.
Der Bolus stellt hier die schnelle Identifikation der Tiere sicher und ergänzt sich bestens mit den genetischen Probenohrmarken zur Alel-Bestimmung der Zuchttiere.

Elektronische Ohrmarke
Die elektronische ALLFLEX-Ohrmarke wird mit einer speziellen Ohrmarken-Zange UM oder TOTAG in die Ohrmuschel eingezogen und ist wegen ihrer geringen Maße und des leichten Gewichts viel besser geschützt als Sichtohrmarken.
Für Schafe, Ziegen und Schweine ist die kleinere EETS-Ohrmarke erhältlich.
Bei Ohrmarken für die innerbetriebliche Wiederverwendung ist das Dornloch zur Wiederverwendung offen, bei der offiziellen elektronischen Kenn­zeich­nung ist die Kappe über dem Dornloch geschlossen. Manipulationen sind durch die zerstörte Kappe sofort er­sichtlich.

 
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